Dachstuhlbrand in der Neujahrsnacht (01.01.2020)

Bereits nach zwei Stunden und sechs Minuten im neuen Jahr, wurden die Einsatzkräfte der Feuerwehr Keltern über ihre Meldeempfänger zu einem Brand der Stufe 2, „Brand im Gebäude“ in die Weilermer Mühlbachstraße gerufen.

Über Funk sprach die Leitstelle beim ersten Kontakt bereits davon, dass der Brand auf umliegende Gebäude überzugreifen droht.

Das Löschfahrzeug der Abteilung Weiler traf als erstes an der Einsatzstelle ein und sah sich einem Vollbrand einer Scheune, mit angebautem Schopf und einem damit verbundenen Wohnhaus gegenüber. Allerdings war die Einsatzstelle in der Brunnenstraße und nicht wie ursprünglich gemeldet in der Mühlbachstraße.

Scheune und Schopf waren bereits vollständig vom Feuer erfasst und am Wohnhaus brannte bereits der Dachstuhl. Die Bewohner des Brandobjektes waren zu diesem Zeitpunkt bereits außerhalb des Gebäudes.

Der Brand drohte links neben der betroffenen Scheune auf zwei unmittelbar angrenzende Wohngebäude überzugreifen, was die erste Führungskraft zu einer umfassenden Riegelstellung veranlasste.

Feuerwehrkommandant und Einsatzleiter Joachim Straub veranlasste umgehend eine Erhöhung auf Alarmstufe 4, noch bevor er mit seinem Führungsassistenten eine umfassende Lageerkundung durchführte. Parallel erfolgte die Zuweisung der Fahrzeuge und die Trennung in die zwei Einsatzabschnitte: Front- und Rückseite.

Der Aufbau der Löschwasserversorgung gestaltete sich zunächst schwierig, da der einzig günstig gelegene Unterflurhydrant von einem Fahrzeug zugeparkt wurde. Dieses Fahrzeug musste per Muskelkraft vom Hydranten entfernt werden, da man sich aufgrund der engen Wohnbebauung und Anfahrtssituation, nicht die weitere Fahrzeugaufstellung verbauen wollte.

Mit Eintreffen und Einsatz der ersten Drehleiter aus Birkenfeld, zeigte die Riegelstellung auf der linken Seite Wirkung. Insgesamt waren hier zwei B-Rohre und das Wenderohr der Drehleiter im Einsatz. Die Abteilung Ellmendingen wurde mit ihrem Löschfahrzeug von der Brunnenstraße zum Schutz der linken Wohnbebauung in den Innenangriff gebracht, während die Abteilung Dietlingen mit ihrem Löschfahrzeug und dem Tanklöschfahrzeug über mehrere Gärten auf der Gebäuderückseite eingesetzt wurde. Dieser Zugriff erfolgte über eine Lücke in der Bebauung Ecke Mühlbachstraße und Kirchstraße.

Das zwischenzeitlich aufgrund der Stufenerhöhung eingetroffene Löschfahrzeug der Feuerwehr Remchingen wurde im Treppenraum des eigentlichen Brandobjektes (rechts) zur Abriegelung eingesetzt um den Brand im Bereich des Daches aufzuhalten. Das Löschfahrzeug aus Birkenfeld erhielt den Auftrag in die beiden rechts vom Brandobjekt befindlichen Wohngebäude einzudringen und diese zu kontrollieren und ggf. einen Flammenüberschlag zu verhindern.

Die mittlerweile ebenfalls eingetroffene Drehleiter und das Löschfahrzeug aus Neuenbürg wurden ebenfalls zusammen zum Schutz der rechten Wohngebäude an der Ecke Mühlbachstraße und Brunnenstraße in Stellung gebracht. Davor mussten aber einige Anwohnerfahrzeuge weggefahren werden.

Zur Löschwasserversorgung der Drehleitern wurde durch die Abteilung Niebelsbach mit ihrem Löschfahrzeug und einer Tragkraftspritze eine Löschwasserentnahme aus der direkt angrenzenden Pfinz aufgebaut und betrieben.

Die Führungsunterstützung aus Eisingen, der Gerätewagen-Atemschutz aus Pforzheim, sowie der Rettungsdienst, das Deutsche Rote Kreuz aus Keltern und die Polizei waren mit mehreren Fahrzeugen zur Unterstützung an der Einsatzstelle und fanden ihre Aufstellung entlang der mittlerweile für den Verkehr gesperrten Hauptstraße.

Dieser massive Kräfteeinsatz zeigte Wirkung und das Übergreifen des Brandes auf die links und rechts angrenzenden Wohngebäude konnte verhindert werden. Im Bereich der Scheune und des Schopfes war die Brandlast am größten, weshalb im Laufe des weiteren Einsatzes auch Schaum zum Löschen verwendet werden musste.

Aufgrund des eingebrochenen Dachstuhles und der Löschwassermenge wurde das gesamte Objekt als einsturzgefährdet angesehen und von weiteren Innenangriffen Abstand genommen.

Dies bereitete im weiteren Verlauf noch einige Schwierigkeiten, da im rückwärtigen Traufbereich von außen nicht zu erreichende Glutnester entdeckt wurden, die für eine Durchzündung eines Raumes im zweiten Obergeschoss sorgten, was einen erneuten Innenangriff unumgänglich machte.

Um die restlichen Glutnester vollständig abzulöschen wurde gegen morgen noch die Drehleiter aus Pforzheim nachalarmiert, da diese über ein Knickgelenk im Leiterpark verfügt. Damit war es möglich die Ziegel bis zum Traufbereich auf der Rückseite zu entfernen und somit den Brand vollständig zu löschen.

Fazit: Trotz des Totalverlustes des Brandgebäudes mit allen schrecklichen Auswirkungen auf die Bewohner, wurde niemand Verletzt und die umliegenden Gebäude geschützt, dass diese weiterhin bewohnbar sind. Wir werten daher diesen Einsatz als erfolgreich und bedanken uns herzlichst bei allen Einsatzkräften für die gewohnt gute Zusammenarbeit.